Warum Sie keine No-Reply Adressen verwenden sollten

Unserem Maildog Team liegt schon seit längerem etwas auf dem Herzen - die No-Reply Emailadresse. Auch wenn eine Menge Firmen (sogar einige der wichtigsten Internetfirmen) ihre Newsletter und Autoresponder von no-reply@firmaxy.com versenden, müssen wir einmal unsere Meinung zum Thema loswerden. Der Versand von Emails mit einer No-Reply Adresse kommt beim Empfänger als Gleichgültigkeit gegenüber seinen Interessen an. Auf lange Sicht wirkt es sich möglicherweise sogar negativ auf Ihre Zustellraten aus.

Als wir also über diesen geradeheraus formulierten Blog Artikel von Joss Crowcroft mit dem Titel "Death to the 'no-reply mailbox" stolperten, konnten wir seinen Ärger gut nachvollziehen. Er schreibt:

Es erstaunt schon sehr, dass im Jahr 2011 Startups und andere Firmen noch immer Emails von No-Reply Adressen verschicken. Dem Empfänger wird damit gesagt:

"Wir sind nicht daran interessiert von Ihnen per Email kontaktiert zu werden, egal ob der Kontakt via Email für Sie günstiger oder praktischer ist. Wir respektieren Sie einfach nicht genug um das Risiko einzugehen von ein paar Dutzend Personen, die möglicherweise auf unsere Email antworten, beschimpft zu werden."

Wie wir gleich noch besprechen werden, ist die No-Reply Adresse allerdings nicht nur aus emotionalen Gründen abzulehnen. Es gibt auch einige handfeste Gründe warum No-Reply Adressen schlecht fürs Geschäft sind.

Aus No-Reply wird Please-Reply

Mit dem Verwenden einer Emailadresse, die mit einer aktiven Mailbox verbunden zeigen Sie Ihren Kunden gegenüber Respekt und nebenbei signalisieren Sie Ihren Kunden, dass Sie bereit für geschäftlichen Kontakt sind. Auch wenn Sie sich mit einer offenen Emailadresse der "Gefahr" von einigen Auto-Replies und anderem ungewollten Emailschriftverkehr aussetzen, erhalten Sie so vielleicht Nachrichten wie diese:

"Vielen Dank für Ihre letzte Email, sie hat mir sehr gefallen. Können Sie uns für das verwendete Emaildesign einen Kostenvorschlag unterbreiten?"

"Wann haben Sie geöffnet? Ich würde gern einmal persönlich im Laden vorbeischaun."

"Meine Emailadresse ändert sich demnächst, aber ich möchte gern weiterhin Ihre Nachrichten empfangen. Können Sie mir weiterhelfen?"

Mit einer offenen Emailadresse zeigen Sie nicht nur Freundlichkeit gegenüber Ihre Kunden, Sie öffnen Ihnen auch die sprichwörtliche Tür um Kontakt mit Ihnen aufnehmen zu können. Oder wie ein Kommentarschreiber auf Hacker News es formuliert hat:

"JEDE Email, die man ausschickt sollte als Gelegenheit verstanden werden die Verbindung zu den eigenen Kunden zu verbessern. Man sollte ihnen stets für Fragen, Kommentare oder was auch immer zur Verfügung stehen."

Doch damit nicht genug, offene Emailadressen sind auch eine gute Möglichkeit bei Google und Yahoo hohe Zustellraten zu erreichen bzw. zu halten.

Gibt es eine Verbindung zwischen Emailantworten und Zustellraten?

Unsere Kollegen bei MarketingSherpa haben vor kurzem einen seltenen Einblick in die inneren Mechanismen geboten nach denen bei Gmail die "Wichtigkeit" (importance) von Emails anhand von Emailöffnungen oder -antworten berechnet wird. In Ihrem Artikel über den Algorithmus hinter der Priority Inbox, verweisen Sie auf ein Google Paper indem sich neben einer Menge komplizierter Mathematik auch folgender aufschlussreicher Satz findet:

"Die grundsätzliche Wichtigkeit von Nachrichten basiert darauf, wie Benutzer mit diesen Nachrichten nach der Zustellung umgehen."

Oder um es einfacher zu sagen: Wenn einer Ihrer Abonnenten auf Ihre Emails antwortet, wird Gmail Ihrer Email wahrscheinlich eine höhere Wichtigkeit zuweisen.

Es ist dementsprechend auch nicht weit hergeholt zu spekulieren, dass Gmail ähnliche Algorithmen einsetzt um festzustellen, ob eine Nachricht es überhaupt wert ist zugestellt zu werden. Emailantworten sollten also in diesem Sinne keinesfalls verhindert, sondern viel eher gefördert werden.

Auch bei den Zustellbarkeitsexperten von ReturnPath heisst es in Ihrem "Field Guide to Yahoo! Inboxes":

"Wie sehr Benutzer mit Nachrichten interagieren war stets ein wichtiges Messwerkzeug um das Interesse der Benutzer am Absender der Nachrichten festzustellen. Neuerdings investieren viele ISPs in Forschung und den Aufbau eigener Spam-Filter. Sie benutzen außerdem externe Software um zu messen, wie sehr die Empfänger an den jeweiligen Nachrichten interessiert sind. Diese Erkenntnisse werden genutzt um die betreffenden Nachrichten in die jeweiligen Ordner (Spam oder Inbox) zu verschieben...Inaktive Empfänger schaden im Endeffekt Ihrer Zustellrate."

Wir fassen also zusammen, dass No-Reply Adressen nicht nur unhöflich sind, sie schaden auch Ihren Zustellraten.

Aber ich habe keine Lust auf eine Latte "Out-of-Office"-Nachrichten!

Einer der wichtigsten Gründe für die Verwendung von No-Reply Adressen sind Probleme im Management von den Massen an automatischen Antwortmails, die auf jede Emailkampagne folgen. Beispielsweise Nachrichten über Unzustellbarkeit oder "XY ist bis zum soundsovielten im Urlaub"-Nachrichten.

Glücklicherweise gibt es bei eine ganze Reihe an Möglichkeiten diese automatischen Antwortmails zu verarbeiten, von denen viele keinen großen Einrichtungsaufwand beinhalten. Es ist bspw. häufig eine gute Idee Antwortemails an einen eigens zu diesem Zweck eingerichteten Gmail-Account weiterzuleiten. Gmail hat einen ausgezeichneten Spam-Filter und erlaubt es ebenfalls benutzerdefinierte Filter und Regeln einzurichten, die es erleichtern maschinelle von menschengeschriebenen Nachrichten zu unterscheiden. Außerdem können Sie auch leicht automatisierte Nachrichten erstellen.

Die Moral von der Geschichte ist, dass No-Reply Adressen nicht nur das Verhältnis zu Ihren Kunden, sondern auch Ihren Ruf bei den ISPs beeinflussen. Für manche Leute mag das sortieren von einer Menge Antwortemails wie eine schrecklich langweilige Aufgabe klingen, für den Rest von uns stellen offene Emailadressen eine großartige Gelegenheit dar hohe Zustellraten zu sichern und unseren Kunden einen soliden Service zu bieten, zwei Geischtspunkte, die jeder Emailmarketer stets bedenken sollte.

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